Mäuschen

Besser hätts nicht laufen können

Wir sind gelandet. Den Flug hats Mäuschen komplett verpennt. Stressig wars irgendwie trotzdem.

Aber von anfang an:

Heute morgen um kurz vor 7 gings los. Der kleine Handgepäck-Koffer ist gepackt und mit sämtlichem Spielzeug bestückt. Nach einem schnellen Frühstück fahren wir los. Die Fahrt zum Flughafen verläuft völlig unspektakulär was das Mäuschen betrifft, denn Tante Clara sitzt hinten bei ihr und bespasst sie immer wieder. Nur einige Staumeldungen machen uns Sorgen, obwohl wir zeitig losgefahren sind. Bis 30km vor dem Ziel ist uch von Stau nichts zu sehen, aber dann stehen wir. Der Mäuschen-Papa wird immer nervöser, denn am Navi geht die Ankunftszeit immer weiter nach oben. Und er muss das ganze auch noch mal auf der Rückfahrt durchmachen. Ohoh. Mich steckt er mit seiner Nervösität gleich mal mit an, wo ich doch sowieso schon aufgeregt bin wegen dem Flug.

Eine halbe Stunde verlieren wir durch das Verkehrsgewimmel vor einer Baustelle im Morgenverkehr. Nervtötend sowas.

Am Terminal vom Flughafen Köln-Bonn angekommen, lege ich schnell das Tragetuch an, packe das Mäuschen rein (puhhh da riecht ja was!) und verabschiede mich von der Tante und dem Papa. Koffer, Handtasche, Jacke und Mäuschen im Gepäck gehts dann ab ins Flughafen-Gewirr. Gott Sei Dank ist der Flughafen recht übersichtlich gestaltet, und man wird gleich freundlich vom nächsten Germanwings-Mitarbeiter an den richtigenn Schalter verwiesen. Auch ein Ticket am Automaten muss ich nicht erstellen (Baby-Bonus!) sondern darf so zum Schalter und bekomme mein Ticket dort ausgehändigt (Ich bekomme auch noch den Hinweiß das mein Reisepass abgelaufen ist, wie gut das das für den Flug nach Österreich keine Rolle spielt, da muss ich mich wohl mal drum kümmern!) Dort begene ich sogar einem Trage-Paar, Eltern von drei Kindern, zwei davon in Marsupi-Tragen. Man Sieht sich, grinst, und nickt wissend. Trageeltern verstehen sich wohl auch ohne Worte. Und ich finde es toll endlich mal Gleichgesinnte zu treffen (auch wenn die Zeit für einen Austausch nicht reicht) bei uns zu Hause habe ich nämlich noch keinen Tragling erspähen können.

Mit den Tickets in der Hand mache ich mich dann erstmal auf die Suche nach einer Wickelgelegenheit fürs Mäuschen, denn die volle Windel steht mir die ganze Zeit in der Nase. Zum Glück ist auch diese nicht allzuweit entfernt, man muss aber die Ebene wechseln, sinniger Weise sind Wickeltisch und Behinderten-WC nämlich NICHT auf der Abflugebene sondern irgendwo (gefühlt) im Keller versteckt…

Das Mäuschen scheint indes die Flughafenatmosphäre regelrecht aufzusaugen und verfolgt alles ganz genau. Sooo viele Menschen, soviele andere Gerüche, Geräusche und Stimmen aus dem Nirgendwo. Das muss wirklich faszinierend sein für so ein Baby-Gehirn!

Die Windel hats natürlich gerade heute schön gesprengt, glücklicherweise haben Body und Strampler aber genügend wenig abbekommen um sie wieder anziehen zu können (Die Wechselwäsche ist schlauerweise natürlich weit unten im Köfferchen versteckt *grml*) Mit nun wieder weniger penetrantem Geruch in der Nase, ziehen wir richting Security Check in von dannen. Wir sind schnell an der Reihe, und werden während der Wartezeit von mehren Personen ob des Süßen Mäuschens angesprochen. Die is ja aber auch ein Hingucker 😉

Die erste Reaktion des Security-Menschen ist dann „Bitte legen sie Jacke und das Tragetuch ab“ und ich denk nur Och Mensch… Jetzt muss ich die gleich zum dritten mal binden. Nerv… Ein sehr freundlicher anderer Security-Mensch hat aber ein Einsehen und meint ich soll einfach erst mal so durchgehen. Da beim durchschreiten der Schranke nix Piepst, darf Mäuschen an mir dran bleiben. Supi!

Beim Mäuschen macht sich nun der Hunger bemerkbar. Ich erstehe also noch schnell eine kleine Flasche Wasser (für fast 5!!!! Euro) und suche mir dann einen freien Platz am Gate. Noch 15min bis zum Boarding. Eigentlich wollte ich das Mäuschen ja zum Start stillen, doch das dauert ihr deutlich zu lange, also ist jetzt erst mal Mahlzeit angesagt. Beim Boarding dürfen wir dann sogar als eine der ersten durchs Gate (auch hier gibts halt Baby-Bonus) zusammen mit anderen Familien mit Kindern. Von denen snd auch einige ganz fasziniert vom Baby im Tuch, und man hört einige „Oh wie süß!“ und „Niedlich!“´s

Das wir zuerst durchs Gate dürfen, bringt dann aber leider rein gar nüscht. Denn wir fahren mit dem Bus zum Flugzeug, und da wir zuerst eingestiegen sind kommen wir so gut wie als letzte aus dem Bus raus. Nun ja, halb so wild. Am Platz angekommen, bemerke ich allerdings, ein wenig genervt, das wir einen Fensterplatz bekommen haben, und die zwei netten Sitznachbarn schon da sind. Also erst mal Köfferchen mit Hilfe einer der Netten Reihennachbarn verstaut und auf den Sitz am Fenster gehievt. Natürlich mit Mäuschen im Tuch.

Schon ist auch schon eine Stewardess zu gegen und fragt freundlich ob ich die Trage ablegen könne. Ich entgene nur „Wenn es unbedingt sein muss“ „Ja, muss es“

Ich diskutiere noch kurz mit ihr über Sinn und UNsinn eines Loopbelts, und das mein Kind MEINER Meinung nach im Tuch besser und sicherer aufgehoben ist (sie zeigt auch durchaus Verständnis für meine Argumente, aber Vorschrift ist nun mal Vorschrift) dann pelle ich mich und das Mäuschen auf dem engen Platz aus dem Tuch und sie zeigt mir wie ich den Loop-Belt anlegen kann, erklärt mir wie ich vorzugehen habe sollte es zu einem Druckabfall kommen und wo ich eine Wickeltisch finde (wie ich diesen aber vom Fensterplatz aus, und mit zwei Getränke/Snack-Wagen auf dem Gang in der kurzen Anschnallfreien Zeit erreichen soll, sagt sie nicht dazu – Gott Sei Dank hat sich das Mäuschen eine weitere volle Windel genkiffen) Die armen beiden Sitznachbarn mussten die ganze Zeit dabei auf dem Flur stehen bleiben. Als wärs nicht schon schlimm genug neben einem Baby sitzen zu müssen. Erfreut sahen die nicht aus, und haben auch kein einziges Wort mit mir währennd des Fluges gewechselt (muss ja aber auch nicht…)

Ganz anders ein kleines Mädchen auf dem Sitz vor mir. Die fing sobal sie das Mäuschen erspäht hatte ganz verzückt an dem Mäuschen ihre Hand zum greifen anzubieten, was dieses natürlich gerne annahm. Die Kleine konnte fast ihre Finger nicht vom Mäuschen lassen.

Sobald das Mäuschen auf meinem Schoß angeschnallt war fing sie an zu meckern. Mir wurde schon heiß und kalt, und sah sie vor meinem inneren Auge den ganzen Flug über Schreien, da würden meine Sitznachbarn sicher nicht sehr glücklich drüber sein (dass man sich in solchen Situationen auch immer durch vermeindliche Reaktionen von anderen Menschen unter Druck setzt. Dämlich eigentlich.)

Wir waren zwar noch längst nicht in Start Position, doch ich dachte mir, dem Mäuschen (das in dem Moment den Schnuller leider verweigerte) nocheinmal die Brust zu geben könne ja nicht schaden. Und kaum angedockt, schlief das Mäuschen auch schon ein! Den Start hat sie so komplett verschlafen, und ist auch danach nur ein, zwei mal kurz aufgewacht, hat sich umgesehen und ist wieder eingeschlummert. Auch bei der Landung schlief das Mäuschen tief und fest! Mir platzten hingegen dank einer Erkältung bei der Landung fast die Ohren. Igitt wat ein fieses Gefühl!

Nach der Landung wartete ich dan geduldig bis sich meine Sitznachbarn verzogen, legte das Mäuschen auf den Platz neben mir und legte in dem inzwischen komplett leeren Flugzeug das Tragetuch wieder an und verstaute das Mäuschen unter den Blicken der Bordcrew die gerne schon die Putzkollonne ins Flugzeug lassen wollte. Man half mir aber dennoch den Koffer aus dem Flieger zu Tragen, bemittleidete mich kurz wegen meines schweren Gepäcks, und schon war ich draussen auf dem nun vollkommen leeren Rollfeld. Zum Glück war ich nicht das erste mal in Klagenfurt am Flughafen und fand den Eingang ohne Probleme.

Da ich ja kein Gepäck aufgegeben hatte konnte ich dann auch gleich an den wartenden Massen vorbei nach draussen gehen, wo mich und das Mäuschen mein Schwiegervater, seines Zeichens Mäuschen-Opa, freudig begrüßte, und sogleich zum Auto brachte. Das Maxi Cosi Packet das wir vorweg nach Österreich schickten, war gerade erst am Morgen angekommen, ein Glück!

Auf der Autofahrt war das Mäuschen dann ganz und gar nicht mehr zufrieden, sie hatte wohl einfach genug von dem ganzen Stress und wollte nur noch ihre Ruhe haben. So verbrachten wir die 20min Fahrt unter Gebrüll. Kaum waren wir angehalten wars auch schon wieder gut, und das Mäuschen einigermaßen zufrieden. Nachdem ich sie gewickelt, umgezogen und gestillt hatte war die Welt dann wieder in Ordnung und sie war den ganzen restlichen Tag wirklich erstaunlich gut gelaunt und hat am Abend ihre auf-die-Seite-Dreh-Fähigkleiten vorgeführt und genüsslich ein wenig am Rasen gezupft.

Alles in allem hätts kaum besser laufen können. Aber stressig wars irgendwie trotzdem…

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7 Kommentare zu „Besser hätts nicht laufen können

  1. Schön, dass alles so gut gelaufen ist. Irgendwie muss es am fliegen liegen, ich lese immer nur, dass die Babys während des Fluges schlafen

    1. Ja scheint so. Aber da das Mäuschen ja Autofahren nicht leiden kann (und auch dieses von Babys gemeinhin eher als Einschlafhilfe gesehen wird) hätte ich da so nicht mit gerechnet…

  2. Na, das ist doch mal gut gelaufen! Die Sitznachbarn sollen sich mal nicht sooo anstellen bei so einem kurzen Flug. Wie lange wart ihr in der Luft? Ich finde es da viel bedenklicher, wenn sich Familien mit Babys und Kleinkindern einen Fernurlaub gönnen. Das halte ich tatsächlich für eine Zumutung für alle. Auch für die ganz Kleinen, denen man noch nicht mal erklären kann, was da abgeht.

    1. Ja da könntest du recht haben, ist ja auch sau langweilig und vermutlich auch unheimlich für so Kleine Mäuse…
      Wir waren ne gute Stunde in der Luft, war also wirklich aushaltbar, vorallem weil Maus ja geschlafen hat. Ne Stunde lang ein schreiendes Baby wäre auch mir zuviel gewesen…

  3. Hallo Ihr zwei Cosmopoliten!
    Und ich hab schon gegrübelt, wer aus Österreich meinen Blog verfolgt:D Manche Wörter, die Du benutzt muss ich erst einmal googlen. Meine Vorbild Mommy, über den Wolken. Habt eine schöne Zeit<3

    Ganz liebe Grüße,
    Valerie und Justus, die sich wieder beruhigt haben.

  4. Ja, das mit den Sitznachbarn ist doof. Ich kenne das, da setzt man sich selbst irgendwie unter Druck, wenn die mürrisch dreinschauen. Aber eigentlich müssten die sich, auch wenn sie (wahrscheinlich) selbst keine Kinder haben, doch noch daran erinnern, wie das wohl mal war, als sie selbst klein waren …

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