Mäuschen

Und wieder einer…

Der nächste Entwicklungsschub ist da. Der 64-Wochen-Schub um genau zu sein. Das ist nun der 9. von 10 im Buch beschriebenen Schüben (ob das heißt ein Ende ist in Sicht?), und mittlerweile erkenne ich wohl schneller das was im Argen ist, denn bisher ist mir meist erst gegen Ende des Schubes bzw danach klar gewesen das unsere „Schwierigkeiten“ auf einem Entwicklungsschub basieren.

Man merkt mal wieder sehr deutlich, dass das Mäuschen teilweise nichts mit sich anzufagen weiß. Sie ist ganz eindeutig durcheinander und überfordert mit den neuen Informationen die sich ihr gerade auftun. Am deutlichsten zeigt sich dieser Schub wohl in den vielen, vielen, vielen und teilweise wirklich heftigen Wutanfällen die das Mäuschen zur Zeit durchlebt. Dabei muss es nicht mal was gravierendes sein, es reicht schon wenn ich sie nicht gleich verstehe oder irgendwas in einer anderen Reihenfolge mache als sie das gerne hätte. Ganz zu schweigen natürlich davon wenn sie etwas nicht darf oder nicht bekommt, dann wird sie so richtig böse. Gestern zog sich das über eine Stunde lang hin weil sie mein Brillenputztuch beim Essen nicht haben durfte, sie war zum schluss wirklich völlig aufgelöst (sie hatte sich wirklich total reingesteigert) und ich glaube nicht das sie da überhaupt noch wusste warum sie so wütete…

Ein weiterer Effekt dieses Schubes ist das sie kaum noch Gebärden benutzt, dabei hatte sie gerade jetzt, bevor dieses Durcheinander begann, eine sehr aufnahmefreudige Phase was Gebärden angeht, sie hat fast jedes Zeichen das ich ihr zeigte gleich zumindest einmal ausprobiert und einige neue auch in ihr dauerhaftes Repertoire aufgenommen (wie Auto und Papa). Das ist echt schade, denn gerade jetzt würden wir beide von der deutlicheren Kommunikation mittels der Gebärden profitieren, um diverse Wutanfälle aufgrund von Missverständissen zu vermeiden. Ich merke erst jetzt wo die Zeichen nicht mehr kommen, wie viele und wie oft sie diese bisher schon genutzt hat.

Leider ist auch unsere Ausscheidungskommunikation (=Windelfrei) davon betroffen, denn auch das Zeichen für Toilette benutzt sie so gut wie gar nicht mehr. Dabei waren wir wirklich schon so gut wie Windelfrei (über tag), ich habe mich immer mehr auch ohne Windeln raus getraut, zum Einkaufen, Radfahren, in den Zoo, zum Babyschwimmen usw. Es fühlte sich schon immer mehr selbstverständlich an, ihr keine Windel anzuziehen, und ich konnte mir kaum vorstellen dass es wieder so schlecht werden würde das ich ihr eine anziehen würde. Denn selbst gelegentliche „Unfälle“ (die es immer noch täglich gab) brachten mich nicht aus der Ruhe.

Als jetzt vor enigen Tagen die Unfälle häufiger wurden, freute ich mich noch das ich trotzdem nicht das Bedürfnis hatte ihr eine Windel anzuziehen, doch das ist jetzt leider vorbei, denn mittlerweile hat sich die Situation etwas zugespitzt. Das Mäuschen wehrt sich nämlich teilweise gegen das zur Toilette gehen, obwohl sie ganz offensichtlich muss und es ihr sichtbar unangenehm ist in die Windel zu machen. Sie weint manchmal schon wenn wir nur zur Badezimmertür reingehen, oder versucht die Tür wieder zuzumachen bevor wir reingehen können. Das geht mir etwas an die Nerven, denn ich möchte ja ihr etwas gutes tun damit das ich ihr die Möglichkeit gebe ausserhalb der Windel auszuscheiden, und sie nicht quälen oder ärgern. Ich habe also überlegt wie ich ihr entgegenkommen könnte, denn offensichtlich stört sie irgendetwas daran auf die Toilette zu gehen, sie bekommt eben auch da eine Art Wutanfall weil ich irgendwas nicht so mache wie sie das möchte. Nur das ich keine Ahnung habe was ich falsch mache in ihren Augen. Ich habe also (wegen diverser Erfahrungen anderer Windelfrei-Mütter, die schon von ähnlichen Situationen berichteten) zum ausprobieren ihr Töpfchen wieder rausgekramt, auf denen sie eigentlich noch nie gemacht hat wenn sie selbst drauf saß zumindest. Aber jetzt klappts damit eigentlich ganz gut, wenn sie denn mal signalisiert das sie möchte dann klappts auf dem Töpfchen meist besser und entspannter als auf der Toilette (auf die will sie aber für große Geschäft auf jeden Fall, das macht sie nicht ins Töpfchen).

Ihr gar keine Möglichkeit zum Ausscheiden zu geben ist defiitiv keine Option, das habe ich einmal ausprobiert, und werds sicher nie wieder tun. Wir waren beim Essen, sie zeigte das sie muss, ich ging mit ihr zur Toilette, sie wehrte sich schon beim reingehen, also brachte ich sie unverrichteter Dinge wieder zurück zum Tisch um weiter zu essen. Keine 5 Minuten später zeigte sie wieder wehement das sie mal muss, doch ich hatte keine Lust auf eine weitere erfolglose Unterbrechung meines Essens, nur um angeschriehen zu werden. Ich erklärte ihr also ganz ruhig das ich sie jetzt nicht wieder zur Toilette bringen würde und sie ruhig in die Windel machen könne, ich würde die dann gleich wechseln. Man sah dann auch deutlich das sie begann zu drücken (war wohl ein großes Geschäft 😉 ) und gleichzeitig sah sie mich weiter verzweifelt an weil es ihr so unangenehm war in die Windel zu machen. Ich glaube sie verstand übehaupt nicht was los war und warum ich ihr das „antue“. Das tat mir in dem Moment in der Seele weh, sie so „leiden“ zu sehen. Das mach ich also sicher nicht wieder.

Ich bin sicher, wenn sie sich in ihrer Welt wieder einigermaßen zurecht findet, dann werden auch die Gebärden wieder mehr und unsere Kommunikation wird besser, auch auf die Ausscheidungen bezogen. Denn ich bin sicher ihr ist es lieber keine Windel zu tragen.

Insgesamt komme ich bisher mit diesem schub trotzallem ganz gut zurecht, denn es ist so offensichtlich wie durcheinander sie ist, dass sie mir hauptsächlich leid tut, und ich ihr gerne die Sicherheit meiner Nähe gebe, statt genervt von ihr zu sein.

Und ich freue mich jetzt scho mal auf die Zeit nach dem Schub, denn dann ist sie hoffentlich vermutlich wieder mein absoluter Sonnenschein 😀

 

PS: das Mäuschen hat ein paar neue Dinge gelernt. Sie versucht alle möglichen Wörter nachzumachen wenn man sie ihr vorsagt, vorrausgesetzt sie findet das Ding was dazu gehört interessant findet. So sagt sie „Tette“ zu meiner Kette, sagt „Ichsch“ zur Milch (da macht sie das zeichen dazu, weiß also was sie meint), und sie sagt Papa. Ausserdem kann das Mäuschen ganz hervorragend frei stehen, wenn sie es nicht merkt 😉 Ich habe sie enige male spielerisch dazu „überredet“ frei zu stehen, und da steht sie enorm sicher gefühlte ewigkeiten und weil sie dabei aber Angst hat geht sie etwas in die Knie und richtet sich aber auch wieder auf, ohne sich festzuhalten. Wenn sie sich trauen würde könnte sie locker frei stehen und auch gehen, 4-5 Schritte ohne Probleme da bin ich mir sicher. Aber noch ist es nicht der Richtige Zeitpunkt dafür. Vielleicht ja nach diesem Schub…

Achja und das Mäuschen hat wieder Angst beim Baden 😦 Denke auch das liegt am Schub, hoffe ich zumindest sehr…..

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3 Kommentare zu „Und wieder einer…

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